Die jungen Menschen, die im Übergang zum Erwachsenenalter stehen, suchen im Kontext unserer Gesellschaft und europäischen Kultur nach eigener Lebensorientierung und einer umfassenden Deutung der Wirklichkeit. In der Oberstufe setzen sie sich auf erhöhtem Reflexionsniveau und unter den Vorzeichen einer Zusammenschau mit wesentlichen Perspektiven und Aussagen des kirchlichen Glaubens auseinander. Dabei nehmen sie Elemente religiöser Grundbildung aus den verschiedenen Jahrgangsstufen und Lernbereichen auf.

Die Frage nach Gott ihre Bedeutung für Mensch und Gesellschaft:

In der Jahrgangsstufe 11 nähern sich die Gymnasiasten über die Wahrnehmung religiöser Phänomene und der heutigen Präsenz von Religion der Gottesfrage und reflektieren ihren eigenen religiösen Standort. Bei diesem Themenfeld erschließen sie insbesondere den Stellenwert biblischer Offenbarung, und sie überprüfen in kontroversen Positionen, wie der christliche Gottesglaube argumentativ verantwortet werden kann. Davon ausgehend nehmen die Schüler den Menschen und seine Lebensentwürfe in den Blick.

Fragen menschlicher Weltgestaltung  christliche Orientierung in den Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft:

In der Jahrgangsstufe 12 überdenken die jungen Menschen auf den Grundlagen von Gottes- und Menschenbild wichtige Aufgaben und Möglichkeiten ethischen Handelns. Bei der Beurteilung aktueller Entscheidungsfelder werden sie befähigt, am ethischen Diskurs teilzunehmen und christliche Positionen zu begründen. Von der Gegenwart her richtet sich das Augenmerk auf wesentliche Dimensionen der Zukunft und der christlichen Endzeithoffnung. Anhand des Credos, das den Lernenden aus früheren Jahren vertraut ist, erschließen sie in wiederholender Weise Kernaussagen des Christseins, die in der christlichen Tradition vielfältig verwurzelt sind.

Durch die Entwicklung eigener Frageansätze vertiefen die Schüler die Lebensrelevanz des Unterrichts und bilden ihre religiösen Kompetenzen weiter. Somit gewinnen die Gymnasiasten fundierte Voraussetzungen für lebenslanges religiöses Lernen, das auch durch die selbsttätige und vernetzende Aneignung der Themenkreise gefördert wird. Die Zusammenarbeit mit anderen Fächern eröffnet Chancen eines überlegten Perspektivenwechsels, Kooperationsmöglichkeiten bieten sich insbesondere mit Evangelischer Religionslehre.

Die Zielsetzungen beider Jahrgangsstufen entsprechen den Ansätzen wissenschaftspropädeutischen Arbeitens und führen bei den einzelnen Themenkreisen zu vielfachen Verknüpfungsfeldern mit den Seminaren.