Projekte & Fahrten

Landrat Dr. Oliver Bär am Jean-Paul-Gymnasium

Zu Gast am Jean-Paul-Gymnasium war Dr. Oliver Bär am 25.3.2015. 90 Minuten diskutierte der Landrat des Landkreises Hof mit den Schülerinnen und Schülern der 10. und 11. Jahrgangsstufe. Dabei zeigte der Landrat politische Möglichkeiten und Handlungsfelder der Regionalpolitik auf und machte demokratische Entscheidungsfindungen transparent. Vor allem aber konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Einstellungen zum Leben in Stadt und Landkreis Hof berichten.

Lernort Bezirk Oberfranken

Im Juli des Schuljahres 2011, als bereits alle Noten unter Dach und Fach waren, machten sich die Schülerinnen und Schüler der 10c mit ihrer Geschichts- und Sozialkundelehrerin Frau Schatz nach Bayreuth auf, um den Bezirk Oberfranken zu erkunden.

Diese Exkursion in die Bezirksverwaltung und in zwei Bezirkseinrichtungen war nicht nur lehrreich und interessant, sondern auch etwas ganz Besonderes für beide Seiten, den Bezirk und die Schulklasse, da man Teil des Pilotprojekts Lernort Bezirk wurde, das am 04. Oktober 2011 feierlich in Bayreuth vorgestellt und eröffnet wurde.

Herr OStR Klein und Frau StDin Baumgartner-Kohn haben sich Anfang letzten Schuljahres um die Teilnahme an diesem Projekt bemüht, und Frau Schatz hatte dann im zweiten Halbjahr die Möglichkeit, mit einer 10. Klasse daran teilzunehmen. Was das Besondere am Bezirk ist, wurde schnell klar: Es gibt ihn nur in Bayern und er ist mit den Regierungsbezirken deckungsgleich. Aber wer nun denkt, dass man in der Regierung von Oberfranken zu Gast war, der ist auf der falschen Fährte.

Als kommunale Gebietskörperschaft unterscheidet er sich grundsätzlich von der Regierung von Oberfranken. Die Regierung von Oberfranken ist Staatsbehörde, vertritt und repräsentiert die Bayerische Staatsregierung. Der Bezirkstag hingegen entscheidet selbstständig über seinen Haushalt und seine Projekte und stellt in Bayern nach den Gemeinden, den Landkreisen und kreisfreien Städten die dritte kommunale Ebene dar. Die 17 Bezirksräte werden gewählt, arbeiten ehrenamtlich und entscheiden über die Projekte des Bezirks. Der Bezirk übernimmt die Aufgaben, die über die Zuständigkeit der anderen kommunalen Ebenen hinaus gehen. Das sind vor allem die Bereiche Soziales und Gesundheit, aber auch Kultur, Landwirtschaft und Fischerei.

So viel zur Theorie. Am 22. Juli hatten nun die Schüler und Schülerinnen Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild vom Bezirk zu machen. Zuerst wurde die Schulklasse vom Bezirkstagspräsidenten, Herrn Dr. Denzler, begrüßt und in den Sitzungssaal geführt. Nach einigen allgemeinen Informationen, welche auch schon zum Teil Gegenstand des vorbereitenden Unterrichts waren, hatte man danach Gelegenheit, in einer Interviewrunde mit Verwaltungsangestellten des Bezirks in Kontakt zu treten. Sie standen Rede und Antwort zum Bezirk und dessen Aufgaben, aber auch dazu, wie man beispielsweise bestimmte Berufe erlangen kann. Nach kurzweiligen 90 Minuten ging die Reise weiter in die Landwirtschaftlichen Lehranstalten, in denen deren Leiter, Herr Prischenk, die Klasse begrüßte und die Lehranstalten vorstellte. In dieser Einrichtung wurde den Schülern außerdem ein Mittagessen serviert. Immer auf unseren Fersen war ein Kameramann, der für den Bezirksjugendring, welcher ein weiterer Initiator des Lernorts Bezirk ist, die Klasse für einen Imagefilm aufnahm.

Den Abschluss des Exkursionstags bildete der Besuch des Therapiezentrums Maximilianshöhe. Die Einrichtung für chronisch alkohol- und/oder medikamentenabhängige Frauen und Männer wurde uns von Herrn und Frau Bröckelmann, den Trägern der Einrichtung, sowie von den Patienten der Maximilianshöhe vorgestellt. Sie zeigten das Haus, legten ihren Tagesablauf dar und erzählten der Klasse, wie sie in die Einrichtung gekommen sind. Um viele Eindrücke reicher endete die Exkursion am Nachmittag.

Anfang Oktober wurden die Schülerinnen und Schüler dann zur Auftaktveranstaltung von Dr. Denzler eingeladen, um ihre Eindrücke kundzutun. Außerdem bekam man die Gelegenheit, den Imagefilm zu sehen, in dem unter anderem die Klasse 10c als Protagonist auftrat. Nach einer musikalischen Eröffnung und begrüßenden Worten des Bezirkstagspräsidenten erklärte Herr Klein dem Ministerialbeauftragten, den geladenen oberfränkischen Direktoren und weiteren Mitarbeitern des Bezirks, welche konzeptionellen Gedanken hinter dem Projekt stehen, wie man die Exkursion vorbereitet und welche Inhalte die Schüler vermittelt bekamen. In einer anschließenden Interviewrunde konnten die Schülerin Leonie Seidel (Q11) und Frau Schatz u.a. den Gästen von ihren Eindrücken berichten. Der offizielle Teil endete mit der Verabschiedung durch den Bezirkstagspräsidenten und man konnte beim anschließenden Imbiss in einer lockeren Runde über die Exkursion in den Austausch treten. Um Geschenke reicher und mit gefülltem Bauch fuhren die Schülerinnen und Schüler wieder nach Hause und können, einschließlich ihrer Lehrerin, die Erkundung des Bezirks nachfolgenden Jahrgängen nur wärmstens empfehlen.