Das Fach Musik in der Oberstufe

Durch gemeinsames und solistisches Singen und Musizieren werden viele Inhalte praktisch erfahrbar. Hier und mit der häufigen Anwendung selbstständiger und teamorientierter Arbeits- und Lernformen eignen sich die Schüler wissenschaftliche Arbeitstechniken, Schlüsselqualifikationen und Kompetenzen an, die ihnen in zahlreichen Studiengängen und Berufsfeldern hilfreich sind.

In der Oberstufe berechnet sich die Leistung in den einzelnen Ausbildungsabschnitten aus der schriftlichen Klausur (50%) und mindestens zwei kleinen Leistungsnachweisen (schriftlich oder mündlich). Letztere können durch praktische Leistungen ersetzt werden. Änderungen ergeben sich, wenn sich ein Schüler/eine Schülerin für die Belegung des Additums entscheidet.

Dann ergibt sich folgende Formel zur Berechnung der Leistungen:

Klausur x 2, mündliche Leistungen x 1, praktische Prüfung x 3

(ergibt eine Berechnung im Verhältnis 2:1:3=6)

Seminare in Musik ermöglichen eine Vertiefung und Ergänzung musikalischer Inhalte, durch die Wahl von Vokalensemble und Instrumentalensemble wird der praktischen Auseinandersetzung mit Musik ein zusätzlicher Raum eröffnet.

Die Vermittlung der musikalischen Unterrichtsinhalte vollzieht sich in allen Jahrgangsstufen grundsätzlich auf den drei eng miteinander vernetzten Themenschienen:

  • Musik und Praxis
  • Musik im Kontext
  • Musik und ihre Grundlagen

Folgende Themenbereiche stehen im Mittelpunkt:

Musik und Religion

Die jungen Erwachsenen befassen sich mit geistlichen Werken aus verschiedenen Kulturkreisen, Epochen, Stilarten und mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Sie erfahren, dass Musik und Religion eng miteinander verbunden sein können und lernen verschiedene Möglichkeiten des musikalischen Umgangs mit religiösen Texten kennen.

Musik im Dienst politischer Ideen

Die jungen Erwachsenen setzen sich mit Musik auseinander, die in besonderer Weise in politischem oder gesellschaftlichem Kontext steht, eine politische Überzeugung widerspiegelt, auf eine politische Wirkung abzielt oder politisch missbraucht wird.

Klangkörper im Wandel

Die Schüler erleben die Faszination orchestraler Musik vom Barock bis in die Gegenwart. Sie setzen das spezifische Klangbild in den Kontext seiner Zeit.

Musik, Interpreten, Interpretationen – einst und jetzt

Die Schüler lernen Zusammenhänge zwischen Komposition, Instrumentenbau, Musikwissenschaft, Aufführungspraxis, Interpretation, Konzertleben und Musikkritik kennen. Vor dem Hintergrund geschichtlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen verstehen sie die Veränderung der Stellung und Rolle des Interpreten.

Musik und Tradition

Die jungen Erwachsenen nehmen das Spannungsfeld zwischen Gegenwartsbindung und Rückbezug wahr, dem das Schaffen nahezu jedes Komponisten ausgesetzt ist. Es werden Werke verschiedener Musiksparten eingebunden, um zu verdeutlichen, dass dieser Aspekt keineswegs nur für den Bereich der sog. Kunstmusik Gültigkeit hat. Die Schüler erkennen, dass Rückbezug nicht unbedingt mit konservativ-verfestigter Grundhaltung einhergehen muss.

Musik von 1950 bis heute

In der so genannten Kunstmusik wie in der Popularmusik ab 1960 zeigt sich eine bisher nicht gekannte Stilvielfalt. Die Schüler lernen einige Ausprägungen kennen.


Projekt

Ziel dieses Projekts ist es, dass sich die Schüler über einige Wochen vielfältig und – soweit möglich – umfassend mit einer musikalischen Thematik auseinandersetzen. Das Spektrum an Themenstellungen kann sich über die ganze Bandbreite an Musik erstrecken, so dass der Schwerpunkt nach Interessenlage der Schülergruppe und den sich bietenden Möglichkeiten vor Ort individuell festgelegt werden kann. Die Terminierung des Projekts innerhalb der zwei Jahre sollte sich ggf. danach richten, zu welchem Zeitpunkt sich eine Kooperation mit außerschulischen Partnern, wie z. B. Konzertveranstaltern, anbietet. Eine Verknüpfung mit Inhalten aus den anderen Themenfeldern ist dabei möglich, aber nicht Bedingung.


Die folgenden Vorschläge sollen beispielhaft Möglichkeiten aufzeigen, wie sich ein solches Projekt durchführen lässt. Die Ideen sind in ihrer konkreten Planung variabel oder können durch andere ersetzt werden:

  • Gemeinsamer Besuch einer musikalischen Veranstaltung
  • Kennenlernen und ggf. Erarbeitung von Werkdetails im Unterricht: stilistische Einordnung, Textentwurf für ein Programmheft
  • Information über die Interpreten und ggf. Komponisten, Gespräche mit beteiligten Musikern
  • Aspekte der praktischen Umsetzung, z. B. Logistik, Marketing, Technik
  • Probenbesuch
  • Nachbereitung, z. B. Interviews mit Konzertbesuchern, Verfassen einer eigenen Konzertrezension
  • Beschäftigung mit einer Musikerpersönlichkeit eines beliebigen Genres
  • Wechselwirkung von Biographie, künstlerischem Werdegang und ggf. Werk
  • Interpretationsvergleich unterschiedlicher Aufnahmen eines Werks
  • divergierende Beurteilung durch Zeitgenossen und die Nachwelt
  • künstlerische Auswirkungen des Schaffens auf die Musikwelt
  • Präsentation der Ergebnisse, ggf. auch Musizieren eines Werks in geeignetem Rahmen