In den unterschiedlichen Ausbildungsrichtungen der Mittelstufe haben die Schüler ein solides und breit gefächertes Grundwissen erworben. Sie führen das Fach Chemie nun mit dem Ziel fort, ihre naturwissenschaftliche Allgemeinbildung zu vertiefen und ihre methodischen Kompetenzen zu erweitern.

Das Experiment als zentrale Methode naturwissenschaftlicher Welterschließung wird in der Oberstufe in verstärkt wissenschaftspropädeutischer Weise eingesetzt und differenzierter als bisher ausgewertet. Regelmäßiges selbständiges und eigenverantwortliches Handeln der Schüler fördert ihre Studierfähigkeit und dient auch als Vorbereitung für ihre spätere Berufstätigkeit.

In den Jahrgangsstufen 11 und 12 erschließen sich die Schüler mithilfe ihrer chemischen Grundkenntnisse und -fertigkeiten unter Anwendung bekannter Basiskonzepte viele Lebensvorgänge, Alltagsphänomene sowie technische Prozesse. Dies fördert ihr Interesse an einer weitergehenden Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Fragestellungen, weckt ihre Neugierde, die eigene Erlebniswelt mit den Denkstrategien der Chemie zu hinterfragen, und schafft die Grundlage für rationales Urteilen und zielorientiertes Handeln. Das Struktur-Eigenschafts-Konzept ist für die Schüler die Leitlinie bei der Auseinandersetzung mit der Chemie der Farbstoffe, Kunststoffe und Tenside. Hierbei erkennen sie, dass Produkte der chemischen Industrie unsere Umwelt und Zivilisation entscheidend prägen. Im Themenbereich Biochemie begegnen die Schüler den für das Leben so bedeutsamen Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten und eröffnen sich das Verständnis von Lebensvorgängen als komplexe Abfolge chemischer Prozesse. Ihre gestiegene Abstraktionsfähigkeit ermöglicht den Schülern, das Gleichgewichtskonzept als Schlüssel zu einem vertieften Verständnis chemischer Reaktionen zu begreifen, chemische Gleichgewichte mathematisch zu beschreiben und quantitativ zu erfassen.