Chemie für die Nacht am JPG

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Chemieunterricht...
.. einmal anders

Kunststoffe sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken: Man denke nur an die Zahnbürste und die Zahnpastatube für die morgendliche Hygiene, an den Kaffeebecher des Getränkeautomaten, die PET-Getränkeflaschen und vieles mehr. Ohne Kunststoffe würde unsere heutige Welt nicht mehr funktionieren. Auch in Hof und Umgebung boomt die Kunststoffindustrie. Doch obwohl diese in Oberfranken ein lukratives Geschäft verspricht, ist der Nachwuchs von Fachkräften nur dünn gesät.

Auch im Chemieunterricht der Qualifikationsphase 11 werden Kunststoffe und ihre Herstellungsverfahren lehrplangemäß unterrichtet. Deshalb bot es sich an, über die beruflichen Perspektiven in der Kunststoffindustrie, die unsere Region bietet, zu sprechen. Genau diese Aufgabe verfolgt auch die vom Bund gestützte Ausbildungsinitiative „MyPlastics – Deine Zukunft mit Kunststoff“, die zusammen mit Vertretern der Kunststoffindustrie und der Fachhochschule Hof am 14.12.2010 den Chemieunterricht der Q11 besuchte.

Herr Dölle, Projektkoordinator dieser Initiative, stieg in das Thema „Eine Zukunft mit Kunststoff“ durch mitgebrachte Kunststoffmaterialien und Bilder sehr anschaulich ein. Danach stellte die Personalreferentin Winnie Haugk von LAMILUX das Unternehmen LAMILUX und dessen Produkte vor. Sie informierte außerdem über Ausbildungsmöglichkeiten und beantwortete die Fragen der Schüler, wie z.B. zu Gehalt und Einstellungschancen nach der Ausbildung.

Ebenfalls zu Gast war Frau Prof. Dr. Blank-Bewersdorff von der Fachhochschule Hof. Sie erklärte die Vorteile des Dualstudiengangs „Kunststoffingenieur“, den die FH Hof anbietet. Hierbei werden Studium (Bachelor of Engineering für Systemwerkstoffe) und die Ausbildung zum/zur Verfahrensmechaniker/-in für Kunststoff- und Kautschuktechnik zeitgleich absolviert. Viele Praktika in kleinen Gruppen und in gut ausgestatteten, neuen Laboratorien ermöglichen eine optimale praxisorientierte Ausbildung an der Fachhochschule. Die Vielfalt und Anwendungsgebiete der Kunststoffe erläuterte sie anhand verschiedener Anschauungsmaterialien und präsentierte Produkte, die von Studenten selbst kreiert und hergestellt wurden. Von dieser bunten Palette mitgebrachter Kunststoffprodukte wie Spardosen, Einkaufchips oder Würfel konnten sich die Schüler am Ende der Veranstaltung etwas mit nach Hause nehmen.

Am eindrucksvollsten jedoch empfanden die Schüler den Vortrag des letzten Referenten Philipp Schwarm, der derzeit ein duales Studium mit der Studienrichtung „Systemwerkstoffe“ in Hof absolviert. Die Kombination von Ausbildung in einem Betrieb und Studium stellte er als besonderen Vorteil des dualen Studiengangs heraus. Die Kenntnisse über die praktische Arbeit im Unternehmen, die man bei diesem Studiengang erwirbt, vereinfachen als zukünftige Führungskraft Entscheidungen und den sozialen Umgang mit den Mitarbeitern.

Auch wenn vermutlich bis dahin wenige Schüler des Chemiekurses der Q11 ihre Zukunft in der Kunststoffindustrie sahen, so genossen sie doch den etwas anderen Chemieunterricht und haben nun eine Vorstellung, wie sich Ausbildung und Studium sinnvoll verbinden lassen. Vielleicht ist auch der eine oder andere auf den Geschmack gekommen und hat nun einen konkreten Berufswunsch mit einer guten Zukunftsperspektive vor Augen.

Kristin Strobel