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Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energien als Schulprojekt

Jean-Paul-Gymnasium Hof und Gymnasium Münchberg gestalten einen gemeinsamen Projekttag.
Die Medien sind voll von Negativschlagzeilen, wenn es um die Umwelt geht.

Berechtigterweise, denn permanenter, nicht hinterfragter Konsum und sorgloses, unüberlegtes Handeln führen zu immer größeren Umweltproblemen. Umso wichtiger ist es, zukünftige Generationen rechtzeitig aufzuklären und ihnen umweltschonende Alternativen nahezubringen. Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien sind wichtige Lösungsansätze, um auch zukünftig eine lebenswerte Umwelt zu erhalten.

Schüler lernen ökologisch gute und schlechte
Nahrungsgewohnheiten zu unterscheiden

Das Jean-Paul-Gymnasium und das Münchberger Gymnasium haben sich schon seit langem eine solche „Umweltbildung“ zum Ziel gesetzt und können auf mehrjährige Erfahrungen von Umweltprojekten zurückblicken. Beide Gymnasien wurden mehrmals schon mit dem international ausgeschriebenen Zertifikat „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet und erhielten im letzten Jahr mit drei Sternen die höchstmögliche Auszeichnung. Beide Schulen können zudem auf eine langjährige Zusammenarbeit zurückblicken. Einmal im Jahr treffen sich die Umweltbeauftragten beider Gymnasien als Vertreter ihrer Klassen, um einen gemeinsamen Umwelt-Projekttag zu veranstalten. Vor kurzem war es wieder so weit und 36 engagierte Schüler des Münchberger Gymnasiums trafen auf 31 des Jean-Paul-Gymnasiums, um sich mit aktuellen Umweltthemen auseinanderzusetzen. Nach bewährter Methode wurden die Schüler in zwei größere Gruppen aufgeteilt.

Eine Ordensschwester der Christusbruderschaft Selbitz
erklärt den Schülern das Holzhackschnitzelheizwerk

Die Schüler der Mittel- und Oberstufe nahmen an einem Ausflug zum Thema „Erneuerbare Energien“ teil. Als Ansprechpartnerin beim Ausflug stand ihnen Frau Anna Degelmann, Projektleiterin von „Erlebnis Energie“ des Vereins Energievision Frankenwald, zur Verfügung. Zuerst fuhren die Schüler zum Holzhackschnitzelheizwerk der Christusbruderschaft Selbitz. Dort erklärte eine der Ordensschwestern, wie die Anlage genau funktioniert. Danach besuchten die Schüler das älteste Windrad der Region, welches seit 22 Jahren Strom produziert und von Bürgern vor Ort selbst finanziert wurde. Auch ein neueres, 200 m hohes Windrad wurde nicht nur von außen, sondern auch von innen besichtigt. Ein weiterer Programmpunkt war die Biogasanlage der Familie Völkel, die 15 Haushalte und den eigenen Bauernhof mit Wärmeenergie versorgt.

Die Umweltbeauftragten der Unterstufe wurden im Jean-Paul-Gymnasium willkommen geheißen. Für sie waren einzelne Stationen zum Thema „Nachhaltiges und faires Konsumieren“ vorbereitet, an denen sie in Kleingruppen arbeiten konnten. So erhielten sie zum Beispiel durch ein Textpuzzle über Textilien Einblicke in die „Fast Fashion“-Problematik. Die Produktion von Kleidungsstücken hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt, obwohl sich die Tragedauer halbiert hat, und das vor allem, weil Mode auf Kosten der Textilarbeiter und der Umwelt spottbillig geworden ist. Auch der zunehmende Einsatz von Kunststoff- anstelle von Baumwollfasern entwickelt sich zunehmend zu einem Umweltproblem, denn Kunststofffasern sind nicht abbaubar und reichern sich als Mikro- oder Nanoplastik z.B. im Abwasser an. Eine andere Station befasste sich mit einem Quiz zum Thema Wasser/Wasserverbrauch. Praktische Tipps zum nachhaltigen Lebensstil lieferten weitere Stationen, an dem es um biologisch hergestellte und fair gehandelte Lebensmittel und um Recycling- und Papiersparmaßnahmen ging.

Vor allem bei der Arbeit an den Stationen kam es zu einem regen Austausch zwischen den Münchberger und Hofer Schülern, die in gemischten Gruppen arbeiteten. So verbrachten einige von ihnen auch die Pausen bei einem kleinen Snack mit selbst geerntetem Pfefferminztee aus dem Schulgarten des Jean-Paul-Gymnasiums zusammen.

Für alle Beteiligten stand am Ende der Veranstaltung fest: Der gemeinsame Tag war ein voller Erfolg und auch nächstes Jahr wird es den Umweltsprechertag wieder geben.

 

Autoren: StRin Kristin Strobel, Franziska Sprinzl (Klasse 9b) und Lara Peckelhoff (Klasse 9b)
Bildmaterial: StRin Kristin Strobel und StRin Stefanie Elster


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