Aurelia Schürmann (10c) besuchte die Delta Secondary School in Kanada.

Organisation: Stepin

Weitere Informationen finden Sie unter: Delta Secondary School

 

Einmal Kanada und zurück

Eine Zeit als Austauschschülerin zu verbringen ist der Traum von sehr vielen Schülern. Das Schöne daran ist - er kann wahr werden. Meinen Auslandsaufenthalt habe ich in Vancouver in Kanada verbracht und es war eine sehr tolle Zeit. Ich war bei einer netten Gastfamilie mit drei Kindern untergebracht und hatte es auch nicht weit zur Schule. Die Schule, auf die ich gegangen bin, ist eine ganz normale High School. Doch für mich war es eine große Umstellung, denn insbesondere die Unterrichtszeiten sind natürlich ganz anders als in Deutschland. So beginnt die Schule immer um 8:30 Uhr und eine Unterrichtsperiode dauert 80 Minuten. Pro Tag hat jeder Schüler vier dieser Unterrichtsperioden, denen jeweils eine Pause von sechs Minuten folgt. Natürlich gibt es auch eine große Pause, die sich an die zweite Periode anschließt. Auch das Stundenplansystem ist anders als in Deutschland und so ist es mir häufig passiert, dass ich auch mal in einen falschen Kurs reingeplatzt bin. Das Schulgebäude ist sehr groß im Gegensatz zu unserem doch recht beschaulichen Jean-Paul-Gymnasium. Zu Beginn meines Aufenthaltes traten natürlich auch ein paar Schwierigkeiten mit der Verständigung und dem Verstehen auf, vor allem in den Naturwissenschaften und Mathe. Das lag meistens daran, dass die Lehrer sehr schnell geredet haben und man als Nicht-Muttersprachler einfach nicht mehr mitgekommen ist. Aber die Lehrer haben mich immer unterstützt und ich hatte stets die Möglichkeit, nach der Stunde noch einmal nachzufragen.

Außerhalb der Schule habe ich viel mit meiner Gastfamilie unternommen, die mir nicht nur Sehenswürdigkeiten von Vancouver, sondern auch andere Städte, die in der näheren Umgebung lagen, gezeigt haben. Ende Oktober sind wir in eine etwa sechs Stunden entfernte Stadt gefahren, in der meine Gastfamilie ein Ferienhaus hat, um dort, wie auch in Kanada üblich, mit der ganzen Familie Thanksgiving zu feiern. Das war ein ganz schönes Erlebnis, denn ich hatte so auch die Möglichkeit, den Rest der Familie kennenzulernen. Das typische Gericht, das man zu Thanksgiving kocht, ist Truthahn mit Rotkohl, Kartoffelbrei und Gemüse. Als Nachtisch gab es etwas, das ich noch nie vorher gegessen habe - Kürbiskuchen. Dieser schmeckte aber sehr gut. Um die Weihnachtszeit herum bin ich dann zweimal mit dem Skiclub meiner Schule Skifahren gegangen. Ich habe auch viel Zeit im Zentrum von Vancouver verbracht, denn meine Familie hat nicht direkt in Vancouver gewohnt, sondern in einer kleinen Stadt, etwas außerhalb. Auch Weihnachten war für mich ein ganz besonderes Erlebnis, denn Kanadier feiern Weihnachten nicht am 24.12 abends, sondern am 25.12 morgens. Meine Gastfamilie hat mir viele schöne Geschenke gemacht und wir haben ein typisch kanadisches Weihnachtsessen gekocht, was sehr ähnlich zu dem an Thanksgiving war. Gleichzeitig habe ich natürlich doch immer meine Familie vermisst, denn es war ein doch recht ungewohntes Gefühl bei einer fremden Familie zu leben. Und besonders in der Weihnachtszeit habe ich oft an Deutschland gedacht. Doch trotz etwas Heimweh war es ein sehr schönes Erlebnis. Als besonders wertvoll habe ich es empfunden, die Kulturunterschiede, vor allem während der verschiedenen Feiertage, kennenzulernen und vielleicht auch als Inspiration für die eigene Familie zu sehen. Natürlich hat sich auch mein Englisch verbessert. Ich kann so einen Auslandsaufenthalt jedem empfehlen, der etwas Neues ausprobieren, eine andere Kultur kennenlernen und ein richtig tolles Erlebnis im Ausland haben möchte.

Aurelia Schürmann (10c)