Die Geschichte des Gymnasiums (IV)

1810 bis 1918

Das Gymnasium im Königreich Bayern.

Nachdem Preußen im Frieden von Tilsit 1807 die fränkische Provinz an Frankreich abgetreten hatte und Hof eine französische Garnisonsstadt geworden war, änderte dieser Vorgang nichts an den Schulverhältnissen. Dagegen sollte die Eingliederung Hofs in das Königreich Bayern am 4. Juli 1810 von einschneidender Bedeutung für das Gymnasium werden. An Stelle des Konsistoriums trat nun der Staat und führte Aufsicht.

Am 7. November 1811 erfolgte die Schließung des Alberto Fridericianum nach 365 Jahren seiner Gründung auf Befehl seiner Majestät des Königs von Bayern, ohne Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung. Alle Gymnasialschüler mussten entlassen werden. Das Gymnasium war zur Aufnahme der weiblichen Schuljugend zu räumen. An Stelle des alten Gymnasiums sollten zwei verschiedene Anstalten treten: eine Primärschule, eine Art Lateinschule, die mehrere Jahrgänge in einer Abteilung vereinigte, und ein Realinstitut oder Realschule.

Die Hofer erkannten, was ein Gymnasium für die Stadt bedeutete. Sie entwickelten eine erstaunliche Initiative zur Wiedereröffnung des Gymnasiums. Bürger aller Kreise verbanden sich in einer unerhörten Opferbereitschaft. Durch freiwillige Beiträge und durch Verzicht auf die inzwischen erfolgte Kriegsentschädigung erhöhte man den Gymnasialfonds auf 10.000 Gulden.

Die Opferwilligkeit der Hofer beeindruckte König Max Joseph (1806-1825), so dass er am 20. Oktober 1817 die Wiederherstellung des Gymnasiums befahl. Schon am 6. November 1817 erfolgte die feierliche Einweihung als Königliche Studienanstalt.

Der vollständige Text, verfasst von StD G. Mulzer, ist hier erhältlich: