Ein Tag für die Umwelt

Was verbindet das Hofer Jean-Paul-Gymnasium mit dem Münchberger Gymnasium? Beide Schulen setzen sich für eine umfangreiche Umweltbildung ein. Dafür wurden die Gymnasien erst kürzlich wieder als „Umweltschulen in Europa“ zertifiziert. Ein Konzept dieser internationalen Ausschreibung ist auch der rege Erfahrungsaustausch der Beteiligten. Bereits im Sommer 2014 trafen sich die Umweltbeauftragten des Münchberger und Hofer Jean-Paul-Gymnasiums in der Ökostation Helmbrechts, um gemeinsam das Thema Wasser zu erkunden. Auch in diesem Schuljahr führte sie ihr gemeinsames Interesse an Umweltthemen wieder zusammen. Diesmal besuchten die Münchberger Schüler das Jean-Paul-Gymnasium in Hof, um dort gemeinsam mit den Schülern vor Ort spannenden Umweltfragen nachzugehen. In insgesamt vier Schulstunden wurden die Schüler durch praktische oder spielerische Stationen für verschiedenste Umweltprobleme sensibilisiert, nicht ohne in den abschließenden Diskussionen auch Lösungsvorschläge zu erhalten.

Dabei ging es für die Schüler der Klassen 5-7 rund um das Thema „Energie“. Was ist Fracking? Was hat die Stromtrasse mit Erneuerbaren Energien zu tun? Warum ist ein Verzicht auf fossile Brennstoffe wichtig für das Klima und unsere Natur? Wie funktioniert eine Solarthermieanlage oder ein Wasserkraftwerk? Wie verringere ich meinen Energieverbrauch? Wie viel Kraftstoff im Auto kann man durch das Ausschalten der Klimaanlage einsparen? Diese und ähnliche Fragen konnten sich die Schüler durch selbsterfahrbare Stationen selbst beantworten. So erfuhren sie im Experiment, dass sich Wasser besser in schwarzgefärbten als in hellen Gefäßen aufheizen lässt und konnten beispielsweise durch einfache Versuche mittels der Kraft des Wassers ein Gewicht anheben. An einer Station bestimmten die Schüler den Stromverbrauch einiger typischer Alltagsgeräte und stellten überrascht fest, dass man allein durch eine geringere Lautstärke beim Radio hören, Strom sparen kann. Dass verschiedene elektrische Geräte unterschiedlich viel Strom brauchen, konnten die Schüler sogar mit den eigenen Beinen spüren. Nach dem Prinzip eines Dynamos ließen die Schüler auf einem umgebauten Fahrrad Heimtrainer eine Halogen- und LED-Lampe leuchten, wobei sie bei letzterer deutlich weniger in die Pedale treten mussten. Über interessante Fakten zum Thema Energie klärte ein abschließendes Quiz auf.

Die Umweltsprecher der Klassen 8-10 wurden zum Thema „Ernährung und Klimawandel“ fortgebildet. Sie wurden zunächst mit einem Spiel zum Thema Überfischung sensibilisiert. Dabei erschlossen sich die Schüler auf eine sehr anschauliche Art die Notwendigkeit von Umwelt- und Artenschutzabkommen selbst. Anschließend erarbeiteten sie die CO2-Bilanzen verschiedener Lebensmittel in Abhängigkeit von deren Herkunft und Saisonalität. Auf diese Weise wurde den Schüler der nicht augenfällige Zusammenhang zwischen ihrer Ernährung und dem Klimawandel bewusst. Da die Ernährung ungefähr ein Fünftel des Ökologischen Abdrucks – sprich des Verbrauchs an Fläche und Ressourcen eines Menschen – ausmacht, schloss sich dieser thematisch logisch an. Die Schüler berechneten ihren eigenen ökologischen Fußabdruck und überlegten Strategien, wie man diesen auf ein verträgliches Maß reduzieren könnte. Denn ein gerechter Fußabdruck würde 1,9 ha pro Person betragen, in Deutschland liegt der Durchschnittswert bei 5,09 ha. Wenn alle Menschen auf der Erde einen ähnlichen Wert hätten, bräuchten wir fast drei Planeten Erde! Diese Zusammenhänge präsentierten die Umweltsprecher in den folgenden Schultagen als Multiplikatoren ihren Klassenkameraden.

Verfasst von Silke Schuberth (Gymnasium Münchberg) und Kristin Strobel (Jean-Paul-Gymnasium Hof)