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Bei zu viel Diskussion geht die Wahrheit unter

„Jugend debattiert“ am Jean-Paul-Gymnasium

Gerade einmal vierundzwanzig Minuten. Genau so lang dauert eine Debatte bei „Jugend debattiert“. Das sind vierundzwanzig Minuten, in denen Schülerinnen und Schüler der neunten bis zwölften Jahrgangsstufen nach festen Debattenregeln aktuelle politische Fragestellungen diskutieren und dabei ihr rhetorisches Geschick unter Beweis stellen.

Am vergangenen Freitag traten nun am Jean-Paul-Gymnasium wieder die Siegerinnen und Sieger der Klassenwettbewerbe im Schulwettbewerb gegeneinander an. In zwei Vorrunden, in denen die Einführung eines generellen Tempolimits auf deutschen Autobahnen sowie eines Hundeführerscheines für Hundehalter debattiert wurden, standen um 10:30 Uhr die insgesamt acht Finalisten fest.

In der Sekundarstufe eins traten dann in der prall gefüllten Aula der Schule Lilli Bodenschatz (9b), André Weiß (9a), Miriam Glas (9a) und Felix Müller (9a) gegeneinander an. Dominik Kusmierz (10a), der noch im vergangenen Schuljahr selbst erfolgreich im Schulwettbewerb debattiert hatte, führte diesmal mit reichlich Charme und Witz als Moderator durch das Programm. Die Aufgabe der Neuntklässler war es, sich mit der möglichen Einführung eins Schulfaches „praktische Lebensführung“ auseinanderzusetzen. Während Lilli und André auf der Pro-Seite vor allem hervorhoben, wie wichtig die Bedeutung eines solchen Faches für die Vorbereitung auf das Leben nach der Schule sei, und zudem den hohen Motivationsfaktor betonten, hinterfragten Miriam und Felix die Umsetzbarkeit im Schulalltag und verwiesen zudem auf das Hauptziel gymnasialer Bildung, das schließlich darin bestehe, Schülerinnen und Schüler zum selbstständigen Lernen zu befähigen. Am Ende ihrer schulischen Laufbahn seien sie damit in der Lage, sich Inhalte eigenverantwortlich zu erschließen, wodurch auch das Ausfüllen einer Steuererklärung beispielsweise kein Hexenwerk mehr sei. Am Ende setzten sich Miriam und Lilly vor Felix und André durch und dürfen nun am 21.02.2019 nach Münnerstadt zum Regionalwettbewerb fahren.

Begleitet werden sie dabei nicht nur von den zahlreichen Schülerjuroren und ihren Lehrkräften, Frau Drechsler, Herrn Regenfuß und Frau Wirth, sondern natürlich auch von den beiden Schulsiegern der Sekundarstufe II, Jan-Philipp Eberle (Q12) und Elias Millitzer (Q12). Beide waren gegen Leonie Morawietz (10a) und Sophie Muras (Q12) angetreten und mussten Argumente für ein Beibehalten der Zeitumstellung in der Europäischen Union finden, während die beiden Mädchen vorschlugen, diese abzuschaffen. Ihr Hauptargument war dabei das mangelnde Interesse der EU-Bevölkerung, das sich in den vernichtend geringen Beteiligungszahlen am Referendum des vergangenen Jahres ausgedrückt habe. Sophie und Leonie führten hingegen vor allem den Biorhythmus von Mensch und Tier an, der durch die Zeitumstellung zweimal im Jahr empfindlich gestört werde.

Dass das Niveau der Debattanten insgesamt sehr hoch war und die Kontrahenten in beiden Schlussrunden sehr dicht beieinander lagen, zeigte sich kurz vor Bekanntgabe der Ergebnisse in einer interaktiven Live-Abstimmung, die im Schulwettbewerb „Jugend debattiert“ am Jean-Paul-Gymnasium inzwischen Tradition hat. Auf einer Leinwand werden den Schülerinnen und Schülern im Zuschauerraum einige Fragen zu den Finalrunden gestellt mit jeweils vier Antwortmöglichkeiten. Per Smartphone können sie dann entscheiden, wer ihrer Ansicht nach beispielsweise die Endrunde in der Sekundarstufe eins gewonnen oder wer das beste Argument gebracht hat. Nach 60 Sekunden erfolgt dann die Auswertung live und in Echtzeit auf der Leinwand. Gerade bei den Fragen zu den erwarteten Siegern waren alle vier Balken doch recht nah beieinander, wie Dominik am Ende lachend feststellte.

Ein großes Dankeschön gilt am Ende allen am Schulwettbewerb beteiligten Debattantinnen und Debattanten, Jurorinnen und Juroren, den Lehrkräften und der Schulleitung des Jean-Paul-Gymnasiums sowie den Eltern und dem Elternbeirat, die „Jugend debattiert“ seit nunmehr fünf Jahren nach Leibeskräften unterstützen.


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