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„Das Lied der Zikade“

Schulentscheid in der letzten Stunde vor dem Lockdown

Auf der Rückreise aus Bethlehem übernachten die Heiligen drei Könige in einer Glasbläserhütte im böhmischen Teil des Riesengebirges. Mit großer Gastfreundschaft werden sie dort beherbergt. Nachts hört König Balthasar einen tröstlichen Klang, der ihn an seine Heimat erinnert und erfährt von der damit verbundenen Sage: Die kleinen Hausgrillen, die in den warmen Glasbläserhütten überwintern, würden dort sirren, „wo der Segen des Herrn auf der Hütte ruht“. Der Gast segnet darauf hin die Anwesenden und bedankt sich bei der Zikade für den Trost und die Zuversicht, die das Lied ihm gespendet hätten. – Diese Geschichte Otfried Preußlers entscheidet schließlich über den Sieger des schulischen Vorlesewettbewerbs am Jean-Paul-Gymnasium Hof in diesem Jahr.

In den letzten Schulstunden vor dem strengen örtlichen Lockdown maßen sich die Schülerinnen und Schüler der 6. Jahrgangsstufe noch einmal in ihren gegenseitigen Lesekünsten, wobei der traditionell vor Weihnachten am Jean-Paul-Gymnasium durchgeführte Wettbewerb heuer pandemiebedingt erheblich angepasst werden musste. Das strenge Hygienekonzept der Schule sowie die vorgegebenen Varianten von Distanz- und Wechselunterricht wollten berücksichtigt sein, Schüler, die sich u.U. in Quarantäne befanden, sollten keinesfalls ausgeschlossen werden, ebenso wie in diesem Jahr keine musikalische „live“-Musik zu hören war. Letztlich ermöglichte eine gemeinsame Videokonferenz-Schaltung zwischen denjenigen, die in der Schule anwesend waren, denen, die sich zu Hause befanden und den Mitgliedern der Jury doch noch eine wirkliche Wettbewerbsatmosphäre.

Die vorbereiteten Texte wurden von Saphira Damm (6a), Anna-Lena Höhmann-Hernandez (6c), Lea Pechmann (6b), Leni-Mae Vollert (6c), Jule Wiertelorz (6a) und Mia Ziesmann (6b) tadellos präsentiert. Ob lustig oder spannend – jede der ausgewählten Passagen schaffte es, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Ob es nun an den Übertragungsqualitäten lag oder daran, dass einige der Schülerinnen ja mit Masken lesen mussten - die vorbereiteten Texte ermöglichten jedenfalls noch keine Entscheidung.

Diese brachte schließlich das unbekannte Lesestück. Die Jury, bestehend aus der Vorjahressiegerin Magdalena Luft (7b), dem Mitglied des Elternbeirats, Frau Johanna Kimler, sowie dem Schulleiter OStD Stefan Klein, brauchte nur eine kurze online-Beratungszeit, bis sie Leni-Mae Vollert zur eindeutigen Schulsiegerin kürten. Sie und ihre Mitstreiterinnen erhielten neben Urkunden, Büchergutscheine der Buchgalerie im Altstadt-Hof sowie Schokoladen-Nikoläuse, die hoffentlich helfen, die Zeit zu Hause zu versüßen.


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