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Dreimal Pompeji am Jean-Paul-Gymnasium

Die Erde bebt, eine dunkle Wolke nähert sich vom Vulkan. Dann ist alles schwarz. Das nächste Bild zeigt eine zerstörte Stadt. Pompeji, das durch den Vesuvausbruch im Jahr 79 n. Chr. verschüttet wurde, ist bis heute eine wichtige Fundgrube für Archäologen wie Professor Dr. Günther Schörner.

Der gebürtige Oberkotzauer und ehemalige Schüler des Jean-Paul-Gymnasiums lehrt und forscht am Institut für Klassische Archäologie der Universität Wien. Dass er von seiner Arbeit viel Interessantes zu erzählen weiß, kann die Schulfamilie des Jean-Paul-Gymnasiums nun bestätigen. Gleich für drei Vorträge zu verschiedenen Themen rund um Pompeji kehrte Professor Schörner an seine alte Schule zurück. Den Beginn machte der Vortrag “Wie wurde Pompeji römisch?”, zu dem sich am Donnerstagabend zahlreiche Interessierte in der Aula des Jean-Paul-Gymnasiums einfanden. Die Stadt wurde ursprünglich von uritalischen Bevölkerungsgruppen bewohnt, ehe sie etwa 100 Jahre vor dem Ausbruch des Vesuvs von den Römern besetzt wurde. Wie gelang den römischen Siedlern die Integration und welche baulichen Strategien wurden kulturellen Konflikten entgegengesetzt? Um diese Frage zu beantworten, wurden die Zuhörer mit vielen Bildern und anschaulichen Erklärungen durch das antike Pompeji geführt.

Um den Alltag in Pompeji ging es schließlich am Freitagvormittag für die fünften und sechsten Klassen. Gebannt begleiteten sie den Professor durch den Tag eines normalen Pompejaners, vom Aufstehen bei Sonnenaufgang über das To-Go Mittagessen a la “Wärschtlamo in antik” bis hin zur Hauptmahlzeit am Abend. Dabei erfuhren sie einige spannende Dinge, zum Beispiel, dass es über ein Jahr dauert, um ein pompejanisches Gebäude auszugraben oder wie ein typisches Haus aufgebaut war.

Richtig wissenschaftlich wurde es dann im Vortrag für die Oberstufe. Hier sprach Professor Schörner über den Ausbruch des Vesuvs und die Frage, wann genau er stattfand. Denn seit August 2018 gibt es brandneue archäologische Erkenntnisse, die vermuten lassen, dass der Vulkan nicht im August, sondern im Oktober des Jahres 79 n. Chr. ausbrach. Auf interessante Art und Weise schilderte Professor Schörner, welche wissenschaftlichen Indizien diese These untermauern. So hat man beispielsweise Früchte gefunden, die es vermutlich eher im Herbst gegeben hat. Auch eine Holzkohleaufschrift mit einem Datum im Oktober scheint die neuesten Vermutungen zu bestätigen. Gerade in diesem Vortrag wurde deutlich, wie viel gerade archäologische Forschungen zu einem möglichst korrekten geschichtlichen Wissen beitragen. Nach drei hochinteressanten Vorträgen bleibt nur noch Herrn Professor Dr. Schörner zu danken und wer weiß, vielleicht meldet er sich eines Tages mit den neuesten Erkenntnissen der römischen Archäologie zurück ans Jean-Paul-Gymnasium?


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