Veranstaltungen

Eindrucksvolle Theaterwoche am Jean-Paul-Gymnasium

Die Möglichkeiten zur Abwechslung sind eingeschränkt in diesen Zeiten.

Umso willkommener war es für die Schülerinnen und Schüler der fünften, achten und zehnten Klassen des Jean-Paul-Gymnasiums, dass das Junge Theater in der vergangenen Oktoberwoche bei ihnen zu Gast war. Den Anfang machte, an ungewöhnlichem Ort, nämlich im Hofer Zoo, Julia Leinweber mit „Schlafen Fische“. In diesem von Zusanna Masaryk inszenierten Monolog von Jens Raschke trauert Jette um ihren mit sechs Jahren verstorbenen jüngeren Bruder und setzt sich auf kindliche, aber eindrucksvolle und ans Herz gehende Weise mit dem Thema Tod auseinander.

Die Verdrängung des Todes durch den Fußball wird in „Terezín“ thematisiert, geschrieben und inszeniert vom Leiter des Jungen Theaters in Hof Marco Stickel und gespielt von Jörn Bregenzer. In der Premiere vor den Zehntklässlern stellte Bregenzer als hibbelig –jugendlicher Fußballfan Miro, seine beachtliche Wandlungsfähigkeit unter Beweis, indem er gleichzeitig den betagten Anton Himmelkron gibt. Miro erfährt dessen erstaunliche Überlebensgeschichte im KZ Theresienstadt und die Schulkasse erhält eine informative wie auch beklemmende Auseinandersetzung mit der Lebenswelt jüdischer Kinder im Nationalsozialismus.

Als dritte Darstellerin gastierte Carolin Waltsgott in der Neuen Aula mit „Goldzombies“, einem Klassenzimmerstück von Marisa Wendt, ebenfalls in der Inszenierung von Marco Stickel. Waltsgott in der Rolle der quirligen hippen Youtuberin Lissi ist jedoch nur vordergründig eine Optimistin. In Wahrheit lebt sie ein riskantes Leben in einem Kriegsgebiet.

Durchaus schwere Kost also war es, mit der sich hier die Theaterleute auf der einen und die Kinder und Jugendlichen auf der anderen Seite auseinandersetzen mussten. Letztere waren von der schauspielerischen Leistung der Einzeldarsteller und -darstellerinnen im jeweils einstündigen Monolog schwer beeindruckt - von der Wichtigkeit der Themen ganz zu schweigen.


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