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Exkursion zum Hofer Stadtfriedhof

Im Rahmen des Themas „Tod und Leben“ besuchten die evangelischen Schüler der 10. Jahrgangsstufe am 24. November den Hofer Stadtfriedhof.

Während einer Führung durch den Friedhofsverwalter Herrn Schall erfuhren sie viel Wissenswertes zum Bestattungswesen, aber auch zu Besonderheiten des parkähnlichen Hofer Friedhofs, auf dem sich zahlreiche denkmalgeschützte Gräber befinden.

Sehr interessant waren die Ausführungen zu Bräuchen während einer muslimischen Beerdigung. So erfuhren die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel, dass die Trauernden Erde in den geöffneten Sarg schaufeln und ihn erst dann schließen. Da in Deutschland eine Bestattung in einem Grabtuch nicht erlaubt ist, wird so die Nähe zum Erdboden hergestellt, die bei einer muslimischen Bestattung üblich ist. Danach schaufeln die Angehörigen das Grab meist selbst – von Hand – zu.

Emotional war der Besuch der Kindergräber und der Grabstätte für Tot- und Frühgeburten. Herr Schall machte deutlich, dass gerade solche Trauerfälle auch nach vielen Jahren Berufserfahrung immer wieder persönliche Betroffenheit auslösen.

Diese war manchem auch beim Besuch der großen Grabfelder für die Opfer des Hofer Bombenangriffs vom 8. April 1945 und des Soldatenfriedhofs anzumerken. Der Blick auf die unzähligen Kreuze verriet, dass manche Opfer kaum älter als die Schülerinnen und Schüler waren. Das Ansinnen, den Soldaten ein würdiges Andenken zu bewahren, wozu auch die jährliche Kriegsgräberaktion der Schule beiträgt, wurde vor diesem Hintergrund nachvollziehbar.

Ja, ein derart intensiver Besuch auf dem Friedhof im dunklen Monat November bei winterlichen Temperaturen ist sicher keine „leichte Kost“. Die Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit und Tod ist aber wichtig – sie verändert auch den Blick auf das Leben.


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