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JPG etabliert Berufs- und Studienorientierung neu

In der Neuen Aula des Jean-Paul-Gymnasiums Hof herrscht emsige Betriebsamkeit. Die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen blicken gemeinsam auf ihre Praktikumswoche zu­rück.

Endlich durften die Jugendlichen eine Woche in ihren momentanen Traumberuf hinein­schnuppern und haben über ihre Praktikumstätigkeit als Arzt oder Bäcker, Architekt oder Erzieher, Bauingenieur oder Instrumentenbauer – um nur einige Berufsbilder zu nennen – ein Plakat erstellt, dass sie ihren Mitschülern sowie ihrer Wirtschaft-und-Recht-Lehrerin Frau Barbara Leupold und Herrn Armin Schmidt, Berufsberater für Abiturienten in der Arbeits­agentur Bayreuth-Hof, präsentieren – eine gute und bebilderte Gesprächsgrundlage.

Einerseits entsteht ein reger Austausch über die Begegnungen, Aufgaben und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler in dieser spannenden Woche außerhalb des „Elfenbeinturms Schule“. Andererseits werden gemeinsam mit Frau Leupold und Herrn Schmidt auch die unterschiedlichen Berufsfelder, die den Jugendlichen im Praktikum begegnet sind, fachlich beleuchtet. Welche Berufsgruppen trifft man in einer Praxis, einem Gericht oder einem Industrie- oder Handwerksbetrieb, wie heißen die korrekten Berufsbezeichnungen und welche Berufs- oder Studienvoraussetzungen gibt es?

Das Jean-Paul-Gymnasium Hof geht mit dem Start der Berufs- und Studienorientierung in der neunten statt erst in der elften Jahrgangsstufe als erstes Gymnasium in Bayern einen neuen Weg mit einem großen Partner: Unter der Überschrift „Lebensbegleitende Berufsberatung vor dem Erwerbsleben“ startet die Bundesagentur für Arbeit bundesweit mit dem Schuljahr 2019/20 dieses neue Projekt: Die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und der Berufsberatung soll früher beginnen, intensiver werden und stärker die Eltern einbeziehen: „Wir bieten eine frühzeitige berufliche Orientierung und Beratung und erhöhen dadurch die Chancen für eine nahtlose Aufnahme von Ausbildung oder Studium“, betont Sebastian Peine, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bayreuth-Hof. „Gleichzeitig holen wir junge Menschen dort ab, wo sie sind, bieten Beratungen auch vor Ort an – beispielsweise in den Schulen – und verkürzen dadurch Zeiten und Wege.“

Ab dem Schuljahr 2019/20 soll dieses Modell schrittweise an allen Schulen bundesweit eingeführt werden. Im Vorgriff darauf wurde – als Pilotprojekt für den Bezirk der Arbeitsagentur Bayreuth-Hof – am Jean-Paul-Gymnasium ein Konzept entwickelt, das alle wesentlichen Elemente der Neuausrichtung berücksichtigt.

Die Koordinatorin für berufliche Orientierung (KBO) am Jean-Paul-Gymnasium, Studienrätin Barbara Leupold, und Armin Schmidt, Berufsberater für Abiturienten in der Arbeitsagentur Bayreuth-Hof, wollen damit bereits ab der 9. Klasse die Schüler/innen für den Prozess der Berufswahl motivieren. Schrittweise sollen dann in der 10. Klasse das Thema der Berufswahl fortgeführt und durch spezielle Angebote auch die Eltern einbezogen werden. Die bewährten Angebote für die Oberstufe sollen durch den frühzeitigen Ansatz noch effektiver werden.

Der Schulleiter, Herr Oberstudiendirektor Stefan Klein, ist überzeugt von diesem neuen Weg: „Je eher sich Jugendliche mit dem „Leben nach der Schule“ ernsthaft beschäftigen, sich fundiert informieren und austauschen, desto leichter fällt es ihnen, sich beruflich zu orientieren und auf dem Weg bis zu ihrem Abitur ihren Traumberuf auch wirklich zu finden.“

„Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg“, Laotse.

Die Schülerinnen und Schüler, die ein langfristiges Ziel wie ihren Traumberuf vor Augen haben, finden erfahrungsgemäß auch den sicherlich oft kurvenreichen und steinigen Weg hinweg über viele Schulaufgaben, Exen, Abfragen usw. bis hin zu ihren Abiturprüfungen – und dem eigentlichen Ziel: der Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife, mit der eigentlich alle Türen für den gewünschten Traumberuf offen stehen.

„Das wünschen wir allen Jean-Paul-Schülern. Unser größtes Ziel wäre, dass wirklich jede Schülerin und jeder Schüler mit einem Abiturzeugnis in der Hand auch eine Idee für den weiteren Lebensweg hat und so sein nächstes Ziel findet“, formuliert Schulleiter Klein abschließend.


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