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Jean-Paul-Schüler/innen beschäftigen sich mit Visionen einer klimafreundlicheren Zukunft

Es ist beschlossene Sache – 197 Staaten einigten sich bei der 26. UN-Klimakonferenz in Glasgow darauf, die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken.

Die Klimawende bedeutet auch eine Energiewende. Ein zukünftiger Verzicht auf Kohleabbau und -verbrennung ist hierbei eines der wichtigsten Versprechen der Klimapolitik. Aber in welchen anderen Bereichen lässt sich noch nachbessern und was kann jeder Einzelne zu Hause dafür tun? Genau diesen Punkten widmet sich das Projekt „Energievision 2050“ des Vereins Multivision e.V., der sich für die Jugend- und Erwachsenenbildung engagiert und mit Vorträgen aktuelle Themen aufgreift und in Einrichtungen wie Schulen behandelt.

Die Schüler/innen der 9. und 10.Jahrgangsstufe des Jean-Paul-Gymnasiums hatten nun kürzlich die Möglichkeit, an dem zweistündigen Projekt „Energievision 2050“ als Online-Seminar teilzunehmen. Mit einem zwanzigminütigen Film wurden sie auf das Thema eingestimmt, konnten sich passende Fragestellungen überlegen und erhielten schon erste Handlungsanreize. Durch das eigentliche Online-Seminar führten die Referenten Tamara Wittman und Stefan Simonis per Videokonferenz. Während des Seminars wurden die Schüler/innen immer wieder aktiv eingebunden. So konnten die Neunt- und Zehntklässler/innen gleich zu Beginn der Veranstaltung bei einem Quiz ihr schon vorhandenes Wissen unter Beweis stellen, indem sie unter anderem auf folgende Fragen die richtige Antwort suchten: Wie viele Tonnen CO2 produziert eine Person in Deutschland in einem Jahr? Wie viel CO2 bindet ein Baum pro Jahr? Welches Land verursacht den höchsten CO2 Ausstoß? Wie hoch steigt der Meeresspiegel, wenn das gesamte Eis der Antarktis geschmolzen ist? Die Antworten hielten beeindruckende Zahlen bereit, die wohl jeden zum Nachdenken bringen dürften. So stehen jedes Jahr 11t CO2, die durch eine in Deutschland lebende Person produziert werden, den 10 kg CO2, die jährlich durch einen Baum gebunden werden, gegenüber. Wie viele Bäume bräuchte dann jeder Deutsche, um seinen CO2 Ausstoß zu kompensieren? Zu viele! Was bleibt uns also anderes übrig, als unseren Energiekonsum zu reduzieren? Und wie genau geht das im Alltag? Mit dieser Frage setzten sich vier Schülergruppen auseinander, die sich auf jeweils einen der folgenden Aspekte WOHNEN, ERNÄHRUNG, MOBILITÄT und KONSUM fokussierten. Die gefundenen Schülerantworten waren meist vielschichtig und gut durchdacht. Besonderes Interesse weckte der Bereich Ernährung. Hier hatten die Schüler/innen mit Ihren Vorschlägen wie weniger Fleischkonsum, Angleichung der Preise von Fleischprodukten und Fleischersatzstoffen, Bevorzugen von Bio- und Fair-Trade-Produkten als auch von regionalen und saisonalen Produkten, weniger Monokulturen und Massentierhaltung, weniger Lebensmittelverschwendung und Nutzen von Lebensmitteln der Natur (wilde Brombeeren, Pilze etc.) bereits viele Lösungsansätze selbstständig erkannt und aufgezeigt. Aber auch bei den anderen Aspekten Wohnen, Mobilität und Konsum kam es zu konstruktiven Vorschlägen, wie sich der Energiekonsum reduzieren lässt, so dass die Referenten nur wenige Aspekte ergänzten und eine anregende Diskussion entstand. Mittlerweile wurden durch die Referenten und die Lehrkraft weitere Materialien den Schülern und Schülerinnen online zur Verfügung gestellt, denn Ziel dieser Veranstaltung war es insbesondere, die Schüler zu motivieren, in ihrem Alltag Handlungsweisen zu entwickeln, die uns dem 1,5 Grad Ziel näherbringen.

Kristin Strobel


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