Veranstaltungen

Schüler experimentieren mit eigener DNA an der Uni Bayreuth

Dass sich die Schüler eines eigentlich sprachlich und humanistisch ausgerichteten Gymnasiums auch für Naturwissenschaften interessieren, ist am Jean-Paul-Gymnasium nichts Neues.

So nutzen die Schüler des ältesten Hofer Gymnasiums seit jeher das breite Kursangebot von Physik-, Biologie- oder Chemiekursen in der Oberstufe, um ihre Interessen an den Naturwissenschaften zu vertiefen. Eine weitere gute Möglichkeit bietet hierbei auch das Biologisch-Chemische Praktikum (kurz: BCP), was Oberstufenschüler belegen können. Dieses sehr praktisch angelegte Profilfach ermöglicht auch Einblicke in die Anwendung der naturwissenschaftlichen Fächer durch Exkursionen. Bereits im Januar kamen die Schüler und Schülerinnen des diesjährigen BCP-Kurses in den Genuss biologisches Material mit Hilfe der Elektronenmikroskopie genauer unter die „Lupe“ zu nehmen. Ermöglicht wurde dies durch einen Labor-Besuch an der Hochschule Hof bei Herrn Prof. Gorywoda und seinen Kollegen. Anschaulich erklärte das nette Team für Werkstoffkunde, wie die Technik funktioniert und welche praktischen Anwendungen der Geräte besonders hinsichtlich der Materialprüfung möglich sind. Belohnt wurden die Schüler und Lehrer zu dem durch tolle Aufnahmen von Insekten und anderem biologischem Material.

Im März bot sich nun eine weitere Exkursion des BCP-Kurses an die Universität Bayreuth an. Themen waren das Isolieren und Untersuchen von menschlicher DNA. Hierbei lernten die Schüler und Schülerinnen wichtige Methoden wie z.B. die Polymerase-Kettenreaktion zur Vervielfältigung von DNA, sowie die Auftrennung und Auswertung von DNA-Proben praktisch kennen. Diese Standardmethoden spielen eine wichtige Rolle in der Medizin z.B. in der Diagnostik und Forschung aber auch bei forensischen Untersuchungen. So ermöglichen solche Methoden beispielsweise die Auswertung der DNA-Spuren von Tatorten bei Verbrechen und dies auch noch nach bei Jahrzehnten altem Beweismaterial. Wenn es also in der Presse wieder mal heißt „Zu lebenslanger Haft verurteilter Mörder konnte nach mehr als 20 Jahren durch DNA-Analyse freigesprochen werden“, so kann man davon ausgehen, dass genau diese gentechnischen Methoden eine Rolle bei der Aufklärung spielten. Der ganztägige Ausflug zur Universität Bayreuth, organisiert dankenswerter Weise durch Herrn Dr. Scharfenberg des Biodidaktik Lehrstuhles, hatte noch einen weiteren Vorteil: das Arbeiten in einem Uni-Labor, das Begegnen von Studenten und der gemeinsame Mensaausflug lässt die zukünftigen Abiturienten schon ein bisschen Uni-Atmosphäre schnuppern und hilft möglicherweise bei der Entscheidung des weiteren Bildungsweges.

Bilder: J. Fleissner


Zurück