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Schule ganz anders: Nachhaltiger Unterricht im „Grünen Klassenzimmer“

„Lass uns ein paar Bäume pflanzen - damit gleichen wir unseren CO2-Fußabdruck aus und dann passt ja alles…“

Spätestens, wenn man sich jedoch fundiert mit Nachhaltigkeit auseinandersetzt, wird schnell deutlich, dass dies so einfach nicht ist und letztlich nicht funktioniert. Was tun?

Eine der pädagogischen Säulen des Jean-Paul-Gymnasiums ist die Auseinandersetzung mit der Umwelt: Woher beziehen wir unsere Energie? Wie hoch ist unser Verbrauch an welcher Stelle? Wie sparen wir Ressourcen? Die einzige Möglichkeit, oben genannten Themen gerecht zu werden, ist Bildung. Bildung theoretischer Natur, aber jedoch auch konkret vor Ort, durch eigenes Handeln.

Vor diesem Hintergrund entwickelte sich die Zusammenarbeit des Jean-Paul-Gymnasiums mit der Hospitalstiftung Hof. Die Hospitalstiftung wurde 1264 gegründet und ist somit eine der ältesten Stiftungen Bayerns. Das Handlungsprinzip der Nachhaltigkeit fand 1713 seine erste Erwähnung und das in Verbindung mit Wald- und Forstwirtschaft. Im Gebiet der Hohensaas stellt nun die Hospitalstiftung einige Grundstück zur Verfügung, die die Schule als Schulwald und Grünes Klassenzimmer nutzen darf.

Den Auftakt bildete am 14. März 2022 der diesjährige Abiturjahrgang, der insgesamt 64 Bäume – Esskastanie, Kirsch und Douglasie – setzen durfte. Parallel hierzu erfolgten vor Ort kurze Fachvorträge zum Thema Wald und Waldwirtschaft durch Herrn Hellfritzsch von der Hospitalstiftung, die erneut deutlich machten, dass das Arbeiten und nachhaltiges Handeln in größeren Kontexten und verantwortungsvoll gedacht werden müssen. Eigene Anschauung und Sachinformation sind hier entscheidend, denn 64 Bäume können hier allenfalls symbolisch gedacht werden, jedoch lange keinen Ausgleich schaffen.

Und hier entsteht die Verbindung mit einem neuen Konzept des JPG, dem „Grünen Klassenzimmer“. Nicht nur werden jeweils Jahrgangsbäume der Abschlussklassen sowie der 5. Klassen gepflanzt, ebenso wird der Ort als JPG 2.0 oder externer Klassenraum im Sinne einer erweiterten Didaktik und Pädagogik genutzt werden - durch Schultage draußen, die etwa die naturnahe Betrachtung für den Kunstunterricht, kreatives Schreiben im Deutschunterricht, Geographie, Mathematik, Biologie, Physik…zum Anfassen ermöglichen. Dabei ist das Grundstück mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und so ebenso für Wandertage und Exkursionen nutzbar.

Der Auftakt am 14.3. allerdings stand noch in einem anderen Zeichen, denn unser Schulmotto „Nachhaltig. Seit 1546“ umfasst eine weitere, zentrale Komponente: den Zusammenhalt. Und dieser ist am JPG besonders groß - und das schon sehr lange. Die gemeinsame Pflanzaktion der Abiturientinnen und Abiturienten, eine Schatzsuche sowie eine Luftballonaktion – ökologisch verträglich – setzten einen starken, die Gemeinschaft stärkenden Akzent.


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