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„Was Freiheit ist, begreift man erst dann, wenn sie einem fehlt.“

Olaf Hintze als DDR-Zeitzeuge zu Gast am Jean-Paul-Gymnasium

Der preisgekrönte Buchautor Olaf Hintze, der als DDR-Bürger kurz vor dem Mauerfall spektakulär über die ungarische Grenze nach Österreich geflohen war, um in Westdeutschland in Freiheit leben zu können, stellte sein Buch „Tonspur. Wie ich die Welt von gestern verließ“ im Jean-Paul-Gymnasium vor.

Olaf Hintze hat während seiner Jugend in der DDR gespürt, was ihm dort gefehlt hat. Und er hatte den Mut, sein Land zu verlassen. Damals war er 25 und die Flucht aus der DDR noch immer mit Lebensgefahr verbunden. Niemand konnte absehen, dass wenige Wochen später die Berliner Mauer fallen würde, nach und nach brüchig gemacht von Menschen wie ihm.

In eindrücklichen Schilderungen und mit abschnittweisen Rezitationen aus seinem Buch vermittelte Hintze den Schülerinnen und Schülern, wie er sich auf seine Flucht über die Ungarische Grenze vorbereitet hatte und welche Gefahren er dafür auch auf sich genommen hatte. Ausgerüstet mit Kompass, Radio und ungenauen Karten gelang seine Flucht im zweiten Anlauf.

Seine Geschichte zeigt, welche Träume im Sommer 1989 auf den vollen Campingplätzen in Ungarn, in den überfüllten bundesdeutschen Botschaften und in den Aufnahmelagern in der Bundesrepublik geträumt wurden.

Ermöglicht wurde die Lesung durch die großzügige Unterstützung der „Buchgalerie“ in Hof.

Kurzbiografie

Olaf Hintze, 1964 in Erfurt geboren, flüchtete Anfang August 1989 über die ungarisch-österreichische Grenze aus der DDR in die Bundesrepublik, ging nach München, arbeitete als Nachrichtentechniker im Staatsdienst und wurde 1994 in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit berufen. Gleichzeitig besuchte er das Abendgymnasium, um das Abitur nachzuholen. Er studierte Literatur- und Buchwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Heute arbeitet er in der IT-Branche.


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