Vorlesetag 2017

Bei Wanze denken viele Erwachsene zunächst an ein unangenehmes Krabbeltier, Kinder dagegen vielleicht eher an das lustige Kinderlied, bei dem besagtes Insekt auf der Lauer liegt. Die weitere Bedeutung als Abhörinstrument führt dann jedoch auf die richtige Spur, wenn es um das gleichnamige Bühnenstück geht, das derzeit am Theater Hof aufgeführt wird.

Anlässlich des 14. bundesweiten Vorlesetags erhielten die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Jahrgangsstufe des Jean-Paul-Gymnasiums in mehreren Gruppen nun einen Einblick in den zum Brüllen komischen und gleichzeitig ungemein spannenden Krimi. Der Hauptdarsteller, Philipp Brammer höchstpersönlich, kam dazu zu einem mitreißenden Vortrag in die Neue Aula der Schule. Bereits nach wenigen Augenblicken lauschten die Jungen und Mädchen wie gebannt. Besonders eindrucksvoll war dabei, dass es keiner aufwändigen Requisiten oder technischer Spielereien Bedarf, um Wörter zum Leben zu erwecken. Nur mit seiner Stimme, Mimik und Gestik beschwor Brammer das Geschehen um Detektiv Muldoon vor dem geistigen Auge herauf. Wer ist nur für das Verschwinden der anderen Gartenbewohner verantwortlich? Die Wespen oder doch die Spinne? – Die Auflösung verriet Brammer bei seinem Vortrag noch nicht, stattdessen lud er seine Zuhörer noch zu einem besonderen Highlight ein: Spontan setzte er die Ideen der Jungen und Mädchen zur Gestaltung der Akteure und den möglichen Ausgang der Geschichte um. Die Spinne mit französischem Akzent traf dann auf den vor Schluckauf torkelnden Barbesucher oder der Rasenmäher wurde zum übergroßen Sensenmann. Begeistert applaudierten die Schülerinnen und Schüler am Ende. Sie haben nicht nur eine tolle „Vorlese“-Aktion erlebt, sondern ein ganz persönliches Vorbild für ihren eigenen Vortrag gewonnen.