Industriegeschichte und Physik - ein Ausflug ins Porzellanikon
Am 13. Januar unternahm die Klasse 9b einen spannenden Schulausflug ins Porzellanikon Selb, das eindrucksvoll die Geschichte und Bedeutung der Porzellanherstellung in unserer Region vermittelt. Zu Beginn konnte die Klasse an einer Führung zur sogenannten Weißfertigung teilnehmen, bei der die Schülerinnen und Schüler einen authentischen Einblick in einen zentralen Arbeitsschritt der Porzellanproduktion erhielten.
Besonders anschaulich wurde der Gießprozess der Rosenthal-Zuckerdose vorgestellt, der live vor den Augen der Klasse vorgeführt wurde. Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler nachvollziehen, wie flüssige Porzellanmasse in Formen gegossen wird. Viele präzise Arbeitsschritte sind notwendig, bevor ein Werkstück seine endgültige Form erhält. Die Verbindung von handwerklicher Tradition und industrieller Fertigung wurde dabei greifbar und lebendig.
Das Herzstück des Ausflugs bildete jedoch der anschließende Workshop. Hier bauten die Schülerinnen und Schüler selbstständig eine Modelldampfmaschine auf und nahmen sie gemeinsam in Betrieb. An diesem praktischen Beispiel wurde deutlich, welche Rolle Dampfmaschinen früher in der Porzellanindustrie spielten: Sie lieferten unter anderem die notwendige Drehbewegung für Maschinen, die beim Gießen und Weiterverarbeiten eingesetzt wurden.
Der Ausflug ins Porzellanikon erwies sich damit als gelungene Verbindung von regionaler Industriegeschichte und physikalischen Grundlagen. Durch das eigene Experimentieren und Beobachten konnten historische Arbeitsweisen nachvollzogen und gleichzeitig technische und physikalische Zusammenhänge vertieft werden – ein Lernerlebnis, das weit über den Klassenraum hinauswirkte.