Abitur mit 1,0 – Was war, was ist, was noch kommen wird
Vier Wege zum Erfolg, vier Perspektiven auf die Zukunft
Ein Abitur mit der Traumnote 1,0 ist eine außergewöhnliche Leistung. In diesem Jahr haben gleich vier Absolventinnen und Absolventen unseres Gymnasiums dieses Ziel erreicht: Finnja Stelzer, Karla Kimler, Oleksandr Borzov und Anikó Balaton (auf dem Bild von links nach rechts). Hinter der Bestnote stehen jedoch nicht nur Talent und gute Noten, sondern vor allem Ausdauer, Selbstvertrauen, Disziplin und die Bereitschaft, Herausforderungen anzunehmen.
Auf die Frage, was für sie persönlich der Schlüssel zum Erfolg war, zeigen sich unterschiedliche Schwerpunkte, die sich gleichzeitig zu einem gemeinsamen Bild ergänzen. Wer an sich glaubt, kontinuierlich arbeitet, auch in schwierigen Phasen nicht aufgibt und selbst unter Prüfungsdruck einen kühlen Kopf bewahrt, schafft die Grundlage für herausragende Leistungen. Dabei waren sich alle einig, dass langfristiges und nachhaltiges Lernen deutlich wichtiger ist als kurzfristiges „Bulimie-Lernen“ vor Schulaufgaben.
Besonders beeindruckend ist die Geschichte von Oleksandr. Erst im April 2022 kam er ohne Deutschkenntnisse nach Deutschland. Aufgrund der sprachlichen Herausforderungen erhielt er zunächst eine eher skeptische Bildungsprognose für seinen weiteren schulischen Weg. Bereits im September 2022 wechselte er jedoch an das Jean-Paul-Gymnasium. Was damals kaum jemand für möglich gehalten hätte, wurde innerhalb weniger Jahre Realität: Mit großem Ehrgeiz, Disziplin und bemerkenswerter Zielstrebigkeit erreichte er einen Abiturdurchschnitt von 1,0. Seine Entwicklung zeigt eindrucksvoll, dass Prognosen nicht über das Potenzial eines Menschen entscheiden und dass Herausforderungen oftmals gerade der Antrieb für außergewöhnliche Leistungen sein können.
Was würden die Besten den Jüngsten raten?
Auch für die Schülerinnen und Schüler der unteren Jahrgangsstufen haben die vier Abiturientinnen und Abiturienten eine klare Botschaft. Wer erfolgreich sein möchte, sollte neugierig bleiben, sich selbst immer wieder herausfordern und keine Angst davor haben, Fehler zu machen. Gleichzeitig gilt: Niemand muss Schwierigkeiten allein bewältigen. Hilfe anzunehmen und Fragen zu stellen ist keine Schwäche, sondern ein wichtiger Teil des Lernens.
Ebenso wichtig ist es, sich nicht selbst unter übermäßigen Druck zu setzen. Schulische Laufbahnen verlaufen selten geradlinig, und einzelne Fächer oder schwierige Erfahrungen mit Lehrkräften sollten niemals dazu führen, die eigenen Ziele aufzugeben. Erfolg entsteht oft dann, wenn man auch in anspruchsvollen Phasen dranbleibt und den Mut behält, den eigenen Weg weiterzugehen.
Neue Wege nach dem Abitur
Mit dem erfolgreichen Abschluss beginnt nun für alle vier ein neuer Lebensabschnitt.
Finnja Stelzer wird an der Universität Würzburg Lehramt für die Fächer Physik und Biologie studieren. Ihr Ziel ist es, die Begeisterung für Naturwissenschaften später selbst an junge Menschen weiterzugeben.
Oleksandr Borzov zieht es an die Technische Universität München, wo er Informatik studieren und Physik als Wahlfach belegen möchte. Damit setzt er seinen Weg in den MINT-Fächern konsequent fort.
Karla Kimler wird zunächst ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren. Anschließend kann sie sich derzeit ein Psychologiestudium vorstellen.
Anikó Balaton plant ein Medizinstudium und möchte damit den Grundstein für eine berufliche Zukunft im Gesundheitsbereich legen.
So unterschiedlich die Pläne auch sind, sie zeigen die große Bandbreite an Interessen und Möglichkeiten, die sich nach dem Abitur eröffnen.
Was noch kommen wird
Die Frage nach der persönlichen Zukunft beantworteten die vier nicht ausschließlich mit beruflichen Zielen. Neben Studium und Karriere spielen auch Werte und persönliche Wünsche eine wichtige Rolle. Der Wunsch nach Familie, Unabhängigkeit, den richtigen Menschen an seiner Seite, Zufriedenheit und finanzieller Eigenständigkeit verbindet sich mit einem gemeinsamen Gedanken: Alle möchten auf ihre Weise dazu beitragen, die Welt ein kleines Stück besser zu machen.
Das Abitur mit 1,0 markiert dabei keinen Endpunkt, sondern vielmehr den Beginn eines neuen Kapitels. Finnja, Oleksandr, Karla und Anikó haben in den vergangenen Jahren gezeigt, was mit Engagement, Ausdauer und Zuversicht möglich ist. Nun nehmen sie ihre Erfahrungen mit auf ihren weiteren Weg – und werden dabei sicherlich noch viele neue Geschichten schreiben.
Wir gratulieren unseren vier Absolventinnen und Absolventen herzlich zu diesem herausragenden Erfolg und wünschen ihnen für ihre Zukunft alles Gute.