Das Musical „FAME“

 „I want to make magic“ –
Das Musical „FAME“ begeistert am Jean-Paul-Gymnasium

Von der ersten Probe bis zum großen Finale: Ein intensives Jahr für die Musical-AG

Wenn sich der Vorhang hebt und die ersten Töne erklingen, wird die Bühne zur „High School of Performing Arts“ in New York. Doch was das Publikum am JPG in diesen Tagen erlebt, ist weit mehr als nur eine Aufführung: Es ist das Ergebnis monatelanger, leidenschaftlicher Arbeit. Das Musical „FAME“, ein Klassiker über den Traum von Ruhm und die harten Realitäten des Künstlerdaseins, hat das Ensemble fest in seinen Bann gezogen.

Vom Traum zum knallharten Alltag

Die Geschichte folgt einer Gruppe junger Talente durch ihre vierjährige Ausbildung. Nach dem anfänglichen Jubel über die Aufnahme – unter tausend Bewerbern ausgewählt zu werden – folgt schnell die Ernüchterung: „The hardest profession in the world“ wartet auf sie. Das Streben nach dem großen Moment, nach dem Wunsch „I want to make magic, I want to electrify the place“, zieht sich als roter Faden durch das Stück. Dabei bleibt das Musical nah an der Realität: Themen wie Existenzängste, Leistungsdruck, das Ringen um Anerkennung im Ballett, die Konkurrenz zwischen den Fächern – etwa wenn ein begnadeter Tänzer wie Tyrone an einem fehlgeschlagenen Englischtest scheitert – und persönliche Enttäuschungen sind allgegenwärtig. Ob die Angst, nicht gemocht zu werden, oder die harte Entscheidung, die Schule vorzeitig für eine vermeintlich aussichtsreichere Karriere zu verlassen: Das Stück spiegelt das Erwachsenwerden wider.

Mehr als nur eine AG

Für die Schülerinnen und Schüler begann die Reise in der ersten Schulwoche des neuen Schuljahres. Gefragt nach ihren Eindrücken, nennen sie einstimmig eines: den Spaß und die Freude an der Gemeinschaft. Dass dafür die freie Zeit geopfert wurde – ob freitagnachmittags oder an so manchem Sonntag, während andere am See lagen –, ist für sie zweitrangig. „Es lohnt sich, wenn man auf der Bühne steht und den Applaus erleben darf“, so der Tenor. Das Fazit der Jugendlichen ist eindeutig: Die Teilnahme an der Musical-AG stärkt das Selbstbewusstsein, trainiert das Durchhaltevermögen und lehrt, konstruktiv mit Kritik umzugehen.

Hinter den Kulissen: Höchstleistung gefordert

Ein Musical lebt natürlich von der Zusammenarbeit aller Bereiche: Technik Band, Schauspiel, Gesang, Souffleuse. Besonders hervorzuheben ist die schauspielerische Leistung von Florentine Wild (Q12), die als Carmen Diaz mit beeindruckender Mimik, Gestik und einer enormen Spielfreude überzeugt. Daneben zeigen Nelly Stoppe (Q13) sowie David Vinogradov und Tim Hölzel (beide Q12) eine authentische Performance – und lassen die Zuschauer die Welt der Performing Arts mit allen Höhen und Tiefen miterleben.

Einen großen Anteil am Erfolg haben zwei Lehrkräfte, die das Rückgrat der Produktion bilden: Maniana Füg, die für die musikalische Leitung der Band verantwortlich ist. Und ohne Bettina Stelzer - Casting Director, Regisseurin und künstlerische Leiterin - in einer Person, wäre „FAME“ nicht zu dem mitreißenden Abend geworden, den das Publikum erleben durfte. Mit der Erfahrung aus bereits 20 inszenierten Musicals gab sie den Schülern eine klare Vision mit auf den Weg: „Eure Mundmuskeln müssen nach der Vorstellung weh tun – ihr müsst alles geben, damit das Publikum jedes Wort versteht.“

Ein emotionaler Abschied

 Mit der Szene der Abschlussklasse 2026 endet das Stück mit der existenziellen Frage: „Was wird aus uns werden?“ Die Antwort liefert das finale Lied „We can make a difference“ – eine emotionale letzte Choreographie, die den Zusammenhalt feiert. Eines ist sicher: Auch wenn die Charaktere auf der Bühne ihre eigenen Wege gehen, bleiben die Darstellerinnen und Darsteller „Freunde für immer“.